Kanban in der VFX

Bereits vor dem Dreh steht fest, welche Einstellungen später zu VFX Shots werden. Die Menge und Komplexität der VFX Shots ist schließlich mit ausschlaggebend über die Herstellungskosten eines Filmes. Die Liste der VFX’en reicht von aufwändigen 3D Animationen, Crowd Replications, Wire Removals und Comps jeder Art. Neben den geplanten Shots können natürlich auch unvorhergesehene Einstellungen zu VFX Shots werden. Ein Flugzeug am Himmel in einem Western welches weg retuschiert werden müsste, wäre ein solches Beispiel.

Kanban in der VFX

Klassischer Ablauf VFX

Vor der Bearbeitung eines geplanten VFX Shots steht immer der Schneideraum. Hier wird entschieden, welcher Teil eines Takes für welche Dauer eingeschnitten wird. Erst wenn diese Entscheidung steht, kann mit der Bearbeitung begonnen werden.

Nach der Bearbeitung durchläuft ein VFX Shot einen Abnahmeprozess, idealerweise in der Grading Suite. Muss eine Abnahme per Remote erfolgen kann auf Tools wie das ARRI Webgate zurückgegriffen werden. Die VFX Shots werden via ARRI Webgate bereitgestellt und die Abnahme erfolgt online. Oftmals dreht man mehrere Runden mit erneuten Anpassungen, bis ein Shot letztendlich abgenommen wird. Nach der erfolgreichen Abnahme wird die finale Version an den Schneideraum geliefert, der Clip wird eingeschnitten, logarithmische HighRes Files werden ans Conforming ausgeliefert.

Ein VFX Kanban Board könnte folgende Spalten beinhalten

Eine To-Do Spalte, eine In Progress Spalte, eine Ready for Approval Spalte, eine Approved Spalte und eine Delivered Spalte. Im Unterschied zu einem klassischen Kanban Board werden Karten nicht für Aufgaben, sondern für einzelne Shots angelegt. Sobald ein VFX Shot in Auftrag gegeben wird, legt man eine Karte mit dem Namen des Clips in der To-Do Spalte an. Die Karte wird mit den notwendigen Informationen angereichert, d.h. in der Karte wird in einer Checkliste aufgelistet, welche Bearbeitung der Shot erfahren soll, beispielsweise ein Wire Removal und eine Stabilisierung. Sobald ein Artist mit der Bearbeitung beginnt, weist sie/er sich die Karte selbst zu und schiebt sie auf In Progress. Sobald eine erste Version erstellt und gerendert wurde, zieht der Artist die Karte auf Ready for Approval und weist dem Inhouse Producer die Karte zu, weil sie/er im nächsten Schritt die Abnahme organisieren muss. Wünscht sich der Regisseur/Kunde in der Abnahme eine Änderung, werden die Punkte in der Karte vermerkt und die Karte wandert zurück in die To-Do Spalte. Das geht so lange, bis der Shot abgenommen wurde. Die Karte landet in der Approved Spalte. Sind alle Derivate erstellt und ausgeliefert, wird die Karte in die Delivered Spalte verschoben, der Job ist erledigt.

Mehr erfahren ...

Kanban erobert die Filmbranche